Jan Krause
- Vom Zivildienstleistenden zum Wohnbereichsleiter
- Altenpfleger seit 2012
- „Es ist das Lachen und das ‚Danke‘ der Bewohner, was mein Herz sieht“
Jan Krause
Jan Krause lernte das Pflegewohnzentrum Kaulsdorf-Nord als Zivildienstleistender kennen. Eigentlich wollte er in eine Kita oder zumindest Speisen und sonstige Aufträge für das Unternehmen durch die Gegend fahren. Doch zu diesem Zeitpunkt stand „nur“ der Pflege-Zivi zur Auswahl. Das war Anfang des Jahres 2002, geblieben ist Jan bis heute.
Vom Zivildienst zur Berufung
Ich möchte behaupten, ich habe eine ziemliche Karriere im Pflegewohnzentrum hingelegt. Aus der Not heraus habe ich meinen Zivildienst in der Pflege geleistet. Anfangs dachte ich mir: „Einfach hinter Dich bringen und dann weiter sehen“. Recht schnell merkte ich jedoch, wie viel mir diese Tätigkeit zurückgab und beschloss, dabei zu bleiben.
Es ist das Lachen und das „Danke“ der Bewohner, nicht immer mit Worten, was mein Herz sieht
Eine Situation, die sich mir besonders eingebrannt hat, war mit einer Angehörigen, die ihren Vater bei uns in der Pflege hatte. Sie kam einen Tag zu Besuch und ich berichtete ihr, dass ihr Vater unseren Zivi „auf dem Kieker“ hat, er also ohne Grund böse auf ihn war. Völlig unerwartet flossen der Tochter die Tränen und sie sagte: „Wissen Sie, wie schön es ist, dass ich es mal nicht abbekomme?“ Es stellte sich in einem Gespräch heraus, dass er sonst immer ohne Grund auf seine Tochter böse war. Kein Wunder, es war ja auch niemand anderes für ihn greifbar. Ihr diese Last zu nehmen, war für mich ein sehr emotionales Erlebnis.
Mein Antrieb
Die Welt etwas besser machen und denen einen schönen Lebensabend ermöglichen, die es selbst nicht mehr können.
Anfang 2008 konnte ich meine nebenberufliche Ausbildung zum examinierten Altenpfleger beginnen. Die vier Jahre der Ausbildung waren anstrengend, das muss man nicht schönreden, aber es hat sich gelohnt. Im Mai 2012 war es dann endlich soweit, als einer der Besten meiner Klasse schloss ich die Ausbildung ab und wurde direkt als Pflegefachkraft/ Altenpfleger vom Pflegewohnzentrum übernommen.
Ich selbst halte meine empathischen Fähigkeiten für eine meiner Stärken
Nach Umstrukturierungen wechselte ich 2012 in eine andere Einrichtung.
Der Start dort war anstrengend und schwierig. Kurz nachdem ich angekommen war, wurden mehrere Teammitglieder auf einen anderen Wohnbereich versetzt und der Wohnbereichsleiter stieg in eine höhere Position auf. Das „Chaos“ war perfekt. Dass dies zu meiner großen Chance werden sollte, konnte ich noch nicht ahnen.
Doch plötzlich sah ich mich dem Angebot gegenüber, den Posten als Wohnbereichsleiter zu übernehmen. Meine Frage an Hausleiterin und Pflegedienstleiterin, ob sie mir das denn zutrauten, beantworteten beide mit einem: „Sonst hätten wir es Ihnen nicht angeboten“. Eine Nacht später war die Entscheidung gefallen.
Vom Zivildienstleistenden bis in die mittlere Führungsebene – darauf bin ich sehr stolz
Nach meinem ersten Jahr als Führungskraft war ich fast am Ende, da sich eine schwierige Konstellation zwischen verschiedenen Teammitgliedern ergeben hatte. Durch personelle Veränderungen stabilisierte sich das Team jedoch zusehends und es wurde ruhiger. Im September 2017 konnte ich die Fortbildung zum Wohnbereichsleiter abschließen und bin nun sehr glücklich auf dieser Position. Es gab und gibt immer wieder schwierige Situationen, aber durch die gute Zusammenarbeit zwischen der Hausleitung und mir und dem Team des Wohnbereichs haben wir noch jede Herausforderung gemeistert.
Was ich anderen mitteilen möchte? Die (stationäre) Pflege ist weit besser als ihr Ruf.