Michael Brantzko
- Koordinator für Ausbildung und Praxisanleitung
- Ausbildung gestalten, Nachwuchs stärken, Pflege weiterdenken
- Handelt aus Liebe zum Beruf – so öffnet sich Raum für echte Pflege
Michael Brantzko
Michael Brantzko hat vor vielen Jahren als Zivildienstleistender seine berufliche Laufbahn im Pflegewohnzentrum Kaulsdorf-Nord in Berlin begonnen. Heute ist er Koordinator für Ausbildung und Praxisanleitung und begleitet Auszubildende der Altenpflege bei ihrem Start ins Berufsleben.
Ich bin ein Freund der Sprache, denn über Sprache kann man sehr viel bewirken
Nach meiner Ausbildung zum Altenpfleger habe ich in dem Beruf gearbeitet und im April 2010 mein Studium begonnen. Trotz Vollzeitstudium war ich weiterhin in der Pflege tätig und schätze den Beruf auch heute noch sehr. Es ist ein vielseitiger Beruf. Menschen bringen Biografien mit, die manchmal schwierig sind, manchmal schön – und vor allem spannend. Man kann viel für sein eigenes Leben lernen und erhält Dankbarkeit, Nähe und Vertrauen.
Pflege bedeutet, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Hier hilft uns die Sprache. Mir ist es wichtig, dass junge Menschen einen guten Zugang zur Pflege und zu pflegebedürftigen Personen finden. Und vieles davon drückt sich über die Sprache aus. An dieser Stelle wünsche ich mir auch, dass junge Leute sich ihr eigenes Bild über die Pflege machen und persönliche Erfahrungen sammeln, anstatt sich vom oft negativen Bild beeinflussen zu lassen, das die Medienlandschaft oftmals vermittelt.
Mit dem Herzen zu sehen ist die Stärke eines guten Altenpflegers
Hochbetagte Menschen haben das Recht, nicht als zwangsläufig krank gesehen zu werden. An der Stelle kommt die Stärke eines guten Altenpflegers ins Spiel: Er sieht mit dem Herzen. Das bedeutet für mich, dem Gegenüber auf Augenhöhe zu begegnen, empathisch und wertschätzend zu handeln, und Gesagtes als auch Getanes zuzulassen. Dadurch gibt man den pflegebedürftigen Menschen einen Raum, um sich zu öffnen und so sein zu können, wie sie sind.
Mir wurde stetig eine Karrieretür geöffnet, wenn ich Engagement gezeigt habe
Wir haben in unserem Unternehmen viele Mitarbeiter, die damals über den Zivildienst in die Altenpflege gekommen sind und heute Stellen in der Pflegedienstleitung oder im Qualitätsmanagement besetzen. Es gibt sehr viele Karrierewege im Unternehmen, die mit viel Engagement der Azubis gegangen werden können.Ich selbst habe einen solchen Karriereweg hinter mir.
Meine Botschaft an junge Altenpfleger: Handelt aus Liebe zum Beruf
Auch wenn es im Arbeitsalltag für einen jungen Menschen manchmal schwierig ist und man sich nicht immer wohl fühlt, ist es wichtig, die Ausbildung zu beenden, die man angefangen hat. Nichts ist heutzutage schlimmer, als keinen Berufsabschluss zu haben, stattdessen von einer Maßnahme in die nächste zu rutschen und einfach nicht weiterzukommen.
Meine Botschaft an junge Altenpfleger? Hört den Menschen zu und begegnet ihnen wertschätzend und empathisch. Und lasst zu, was da passiert. So gebt ihr der Pflege einen Raum.
Bringt Engagement mit, denn dann öffnen sich euch Türen. Und das wichtigste zum Schluss: Handelt aus Liebe zum Beruf.